Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e. V.
Pressemitteilungen
Verfasst am 19.04.2018 um 08:34 Uhr

Bedeutung des Kleingartenwesens wächst

Delegierte des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde e.V. (LNG) treffen sich zum Verbandstag in Wolfsburg

Wolfsburg. „Die Bedeutung des Kleingartenwesens in den Städten und Gemeinden wächst“, betont Joachim Roemer. Auf dem Verbandstag des Landesverbandes in Wolfsburg wird sich der Präsident des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde e.V. für eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Kleingartenanlagen ist den Städten und Gemeinden einsetzen.

„Kleingärten sind die einzige wirkliche Alternative zum Privatgarten, um ein eigenes Stück Land zu gestalten und Obst und Gemüse anzubauen. Wir müssen sicherstellen, dass auch in der Zukunft ausreichend Gärten in unmittelbarer Nähe zu den Wohnquartieren zur Verfügung stehen“, betont Roemer. Das Interesse gerade bei jungen Familien wachse. Ihre Bedeutung für Menschen mit Migrationshintergrund ist weiterhin sehr hoch.

Zunehmend finden Geflüchtete in Kleingärten ein Stück neue Heimat. Kleingartenvereine haben sich hier in den vergangen Jahren sehr verdient gemacht. Auf dem Landesverbandstag werden hervorragende Beispiele aus Wolfsburg, Lüneburg und Osnabrück dafür ausgezeichnet.

In den Föhrenkrug der Caritas in Wolfsburg sind 108 Delegierte eingeladen Sie kommen aus 26 Bezirksverbänden und direkt angeschlossenen Vereinen. Dort betreuen sie ca. 26.000 Gartenfreundinnen und Gartenfreunde mit ihren Familien in 273 Kleingärtnervereinen.

Der Landesverbandstag findet alle drei Jahre statt. Im Nachmittag werden die Delegierten den Rechenschaftsbericht entgegennehmen und über die künftige Zusammensetzung des Landesvorstands entscheiden.

Auf dem Festakt im Vormittag wird Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast den Festvortrag halten.

LNG-Präsident Joachim Roemer wird die Delegierten und Gäste auf die Bedeutung des Kleingartenwesens in Niedersachsen und die Ziele der Organisation einstimmen:


Unverzichtbarer Bestandteil der grünen Infrastruktur

Kleingartenanlagen entwickeln sich in den Kommunen immer mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil der grünen Infrastruktur. Dafür gibt es drei Gründe. Keine Kommune kommt heute noch am Klimaschutz vorbei. Kleingartenanlagen haben aufgrund ihrer geringen Versiegelung einen großen Anteil an einem gesunden Stadtklima. „Wir müssen die Standorte sichern und die Wirkung der Anlagen für den Klimaschutz weiter steigern“, erläutert Roemer. Dazu gehören eine vielfältige Gestaltung der Gärten mit Obstbäumen, Gemüse- und Staudenbeeten sowie eine bodenschonende und wassersparende kleingärtnerische Nutzung.

Ein zweiter Grund ist der Rückgang der biologischen Vielfalt. Kleingärten bieten der Kleintierwelt optimale Voraussetzungen. Insbesondere heimische Insekten finden günstige Brut- und Nahrungsbedingungen. Wo gibt es sonst Grünflächen mit einem derart üppigen ganzjährigen Blühangebot?


Kleingartenanlagen sind ein Beitrag für mehr Umweltgerechtigkeit

Der dritte Grund sind die sozialen Wirkungen des Kleingartenwesens. Hier treffen sich Menschen aus allen Lebenssituationen. Die Anlagen stehen Besucherinnen und Besuchern offen. Kleingartenanlagen sind ein Beitrag für mehr Umweltgerechtigkeit, denn sie bieten häufig in den Wohnquartieren öffentliches Grün, wo der Anteil und der Zugang zum Grün am geringsten sind.


Verband und Kommunen tragen gemeinsame Verantwortung

Die Sicherung des Kleingartenwesens ist nur dann möglich, wenn alle an einem Strang ziehen. Die dem Landesverband angeschlossenen Bezirksverbände und die örtlichen Vereine werden ihren Teil beitragen, Kleingartenanlagen zukunftsfähig zu entwickeln. „Mit rund 26.000 Mitgliedern haben wir ein enorm großes Potenzial. Wir müssen jede einzelne Gartenfreundin, jeden einzelnen Gartenfreund mitnehmen. Jeder kann und muss seinen Beitrag zum Klima- und Artenschutz und zum sozialen Miteinander leisten, fordert der LNG-Präsident.“

Dabei nimmt er auch die Kommunen in die Pflicht. Diese müssen in die Kleingartenanlagen genauso investieren, wie in andere öffentliche Flächen. Es sei notwendig, Anlagen barrierefrei und sicher zu gestalten. Zufahrten und Wege müssen den heutigen Anforderungen gerecht werden. Ebenso werden sanitäre Einrichtungen und gemeinschaftliche Entsorgungskonzepte benötigt. Wo erforderlich müssen klimabegünstigende Grünstrukturen geschaffen werden. Das alles erfordere eine finanzielle Unterstützung. So biete das Städtebauprogramm „Zukunft Stadtgrün“ Förderungen, die von den Kommunen genutzt werden müssen.


Mitgliedergewinnung und -betreuung im Focus

Die Stärkung des Kleingartenwesens und die Gewinnung neuer Mitglieder gelingen nur durch eine intensive Betreuung und Förderung. Der Landesverband bietet dazu Workshops und Schulungen an, um die Vorstände der Verbände und Vereine mit dem notwendigen Wissen zu versorgen. Dazu gehören Themen der Vereinsverwaltung und des Pachtrechtes.

Einen besonders hohen Stellenwert hat die Fachberatung. Die fachliche Betreuung der Mitglieder ist ausgerichtet auf die kleingärtnerische Nutzung der Gärten durch den Anbau von gesundem Obst und Gemüse, die Förderung der Artenvielfalt und die Sicherung der biologischen Vielfalt in den Anlagen.

Weiter ist der Landesverband die Interessenvertretung der Mitglieder gegenüber der Politik und anderen Institutionen auf Landesebene. Die Förderung der Kinder- Jugendarbeit erfolgt durch eine enge Zusammenarbeit mit der Schreberjugend Niedersachsen.

Weitere Informationen zum Landesverband im Internet unter www.gartenfreunde-niedersachsen.de.